
Kopf, Herz und Hand: Unser pädagogischer Ansatz im Wald
Dieses Zitat drückt eines der Grundelemente der Waldpädagogik aus: Kinder erleben den Wald mit allen Sinnen. Sie brauchen und nutzen all diese Grundeigenschaften an jedem einzelnen Tag in der Natur.
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Kopf: Der Verstand wird ständig geschult. Dies beginnt schon im Morgenkreis: Wie viele Kinder sind heute da? Welchen Vogel hören wir rufen? Welcher Spielplatz passt zum heutigen Wetter? Welcher Baum steht dort drüben? Die Fragen sind vielfältig und das erworbene Wissen ist enorm. Die Kinder gehen mit wachen Augen und Ohren durch den Wald. Entstehende Fragen schlagen wir gemeinsam in Fachbüchern nach, oder die älteren Kinder geben ihr Wissen stolz an die jüngeren weiter.
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Hand: Das Werkeln und Gestalten ist allgegenwärtig. Bei uns wird geschnitzt, gesägt und gehämmert. Als besonderes Privileg dürfen die Vorschulkinder sogar das Lagerfeuer anzünden. Die Kinder erlernen vom ersten Tag an praktische Tätigkeiten, die den Grundstein für eine ausgeprägte Fein- und Grobmotorik legen.
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Herz: Die Kinder gehen mit offenem Herzen durch die Natur. Sie lernen den achtsamen Umgang mit Pflanzen und Tieren. So werden beispielsweise Schnecken behutsam vom Wegesrand in den Schutz der Blätter gesetzt, damit niemand auf sie tritt. Im Einklang mit den Jahreszeiten entwickeln die Kinder starke emotionale Fähigkeiten und Empathie. Wenn ein Kind krank ist, schicken wir ihm im Morgenkreis mit geschlossenen Augen warme Sonnenstrahlen, damit es bald wieder gesund wird.
Warum Waldpädagogik so wertvoll ist
Der Aufenthalt in der Natur lehrt uns all diese Grundfähigkeiten auf ganz natürliche Weise. Kinder finden im Wald alles, was sie für eine freie, selbstwirksame und ungestörte Entwicklung brauchen.


Was bedeutet Ur-Spiel?
Das Urspiel ist die älteste Spielform der Menschheit. Die Kinder kommen als Spielexperten zur Welt und spielen in den ersten sieben Lebensjahren mit ihrem ganzen Wesen – Seele, Geist und Körper. Diese Lebensphase der Ganzheit und des Ur-spiels kann später nicht mehr nachgeholt werden.
Deshalb ist es umso wichtiger, den Raum dafür zu geben. Bis heute gilt: Je einfacher die Spielräume und Materialien sind, desto kreativer wird das Spiel sein.
Das Spielen mit unbearbeitetem Naturmaterial wie Ästen, Blättern, Moos, Steinen, Wurzeln, Lehm, Erde, Sand, Eis und Wasser sowie das Erleben von verschiedenen Lebensräumen, Landschaftsstrukturen, Naturphänomenen, Jahreszeiten und Rhythmen wird als Ur-Spiel bezeichnet. Es zeigt sich bei Kindern in den unterschiedlichsten Tätigkeiten und Formen. Zum Beispiel: in eine Pfütze springen, durch Wasser und Schlamm laufen, einen Staudamm bauen, Löcher graben, sich in Sträuchern verstecken, auf Bäume und Felsen klettern, Steine und Zapfen werfen, mit Naturmaterialien kochen, mit Stöcken kämpfen, Lager aus Brettern und Sträuchern bauen, einen Hang hinunterrutschen, Blumen und Gräser pflücken oder ein Feuer entfachen.
Im Ur-Spiel hat bei Kindern alles einen Sinn und sie sind immer tätig. Sie leben im Hier und Jetzt.
Es gibt keinen Wettbewerb, keinen Rucksack voller Ergebnisse, keinerlei Bewertung durch Erwachsene und weder Sieger noch Verlierer.
Das Ur-Spiel ist für Kinder die Begegnung mit der Natur, mit ihrem Umfeld, mit sich selbst und mit ihrer eigenen Fantasie.

